Minett-Trail: Der „Floater“- Gîte in Düdelingen

Minett-Trail: Der „Floater“- Gîte in Düdelingen © Janusch - the visual collective | http://www.janusch.com

Ein Zeuge der industriellen Vergangenheit der Region  

Das von M3 Architects entwickelte Projekt „Floater“, und finanziert von der Stadt Düdelingen sowie dem Ministerium für Tourismus, ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit mit dem Künstler Franck Miltgen. Das Projekt wurde unter allen Aspekten als hybrides Gebilde zwischen Skulptur und Architektur konzipiert.  

Besonderes Augenmerk wurde auf die Integration des Gebäudes in den spezifischen Kontext eines geschichtsträchtigen und von der Natur zurückeroberten Orts gelegt, um ein Gleichgewicht zwischen Respekt vor der Umgebung und Interaktion mit den Elementen, aus denen sie sich zusammensetzt, herzustellen. Um das Projekt in dieses Narrativ einbinden, wurde die Matrix nach einer Felswand im Naturschutzgebiet Haard-Hesselbierg-Staebierg modelliert, die von der Bergbauvergangenheit der Region zeugt. Dies erfolgte mittels von 3D-Scans und -Schnitten auf der Grundlage von digitalen Dateien.  

„Die Abbaufront an der Felswand hat uns bei der Gestaltung des Gîte geleitet. Wie bei einem 3D-Drucker werden die Außen- und Innenreliefs des Floater schichtweise aufgebaut, um die Plastizität des Felsens zu reproduzieren: das Äußere aus rostfreiem Stahl, das Innere aus Holz und leicht kürzer. Man muss sich das im Wesentlichen so vorstellen, dass die Außenfläche, die das Gestein nachstellt, im Inneren umgekehrt abgebildet wird – ein bisschen wie eine Maske mit einer Außenseite und einer ,negativen‘ Innenseite.“  

Die Auswahl der Materialien entspricht zugleich den Anforderungen der Kreislaufwirtschaft, dem Narrativ des Kontexts, in dem der Gîte eingebettet ist, und der Notwendigkeit, eine dynamische und subtile Interaktion auf einer vielfarbigen Wasseroberfläche zu schaffen.  

Mit seiner reflektierenden Stahlfassade erinnert das Gebäude an einen Eisberg. Dieser symbolische Bezug zum Klimawandel, im Zusammenspiel mit der Wahl des Materials und der historischen Bedeutung des Gebiets als Bergbaubecken, ermöglicht eine komplexe und facettenreiche Interpretation des Gebäudes. Ziel war es, eine Form vorzuschlagen, die unser Verhältnis zur Natur anhand von Technologie und Wissenschaft in Frage stellt.  

„Wir haben viel über die mögliche Rolle der Wasseroberfläche in diesem Projekt nachgedacht. Absolut und künstlerisch gesehen ist die transparente Wasseroberfläche als Bild und Muster Teil einer reichen und fruchtbaren Geschichte. Wir wollten Elemente aus dieser Vergangenheit miteinbeziehen und das Projekt in einem Dialog zwischen Mensch und Natur verankern, der über die von ihm bewirkte visuelle Sublimation hinausgeht.“  

So gesehen geben die umliegenden Gebäude – CCRD opderschmelz, CNA, Waassertuerm und Pomhouse – den Rahmen für das zentrale Thema des „Floater“, der die Erfassung der Realität durch Bildtechnologien in Frage stellt. Durch die reflektierenden Oberflächen spiegeln sich die geologischen Strukturen auf dem Wasser und ermöglichen Wanderern ein einzigartiges Erlebnis, das in direkter Beziehung steht sowohl mit dem Weg, den sie tagsüber abgeschritten haben, als auch mit dem Ort, an dem sie die Nacht verbringen, und der Geschichte, die beide miteinander verbindet.  

Architekturbüro: M3 Architects (www.m3architectes.lu)  

Künstler: Franck Miltgen (www.franckmiltgen.com)  

Standort: Bassin in Düdelingen, 1b rue du Centenaire, Gemeinde Düdelingen  

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